Fachkräftemangel in bremischen Kitas zwingt Träger zu ungewöhnlicher Personalakquise

Montag, 12 März, 2018 - 12:00

DiKita bieten nun Job und Wohnungen als Kombiangebot für Fachkräfte an
Um dem Fachkräftemangel in ihren Kindertageseinrichtungen entgegen zu wirken, bieten die Diakonischen Kindertageseinrichtungen in Bremen (DiKita) nun auch Wohnungen in attraktiven Bremer Wohnlagen an. Diese Wohnungen sollen an interessierte Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und Sozialassistentinnen aus dem Bremer Umland, die Interesse haben in einer Großstadt zu arbeiten, vermietet werden. 
„Wir versprechen uns davon einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Trägern und hoffen darauf, dass es junge Fachkräfte gibt, die mit dem Kombiangebot Job und Wohnung die attraktiven Lebensverhältnisse in Bremen für sich entdecken wollen“, erklärt Bernd Schmitt, Geschäftsführer der DiKita. „Wenn die Erfahrungen positiv sind, werden wir das Angebot an Wohnungen ausbauen“, ergänzt Elisabete Marques, pädagogische Leiterin der DiKita.
„Die Schaffung von Sonderanreizen sind natürlich nur Pflaster für die aktuellen Probleme. Gefordert ist hier primär die Politik auf Bundes- und Länder-Ebene zeitnah systemische Lösungen zu finden, um die Kinder, die Eltern, die Fachkräfte und die Träger der Kindertagesbetreuung zu entlasten“, betont Schmitt. Viele Bremer Träger der Kindertagesbetreuung, darunter auch die DiKita, haben erhebliche Probleme, geeignete Fachkräfte für ihre Einrichtungen zu gewinnen. Etwa zehn Prozent der Stellen in Kindertageseinrichtungen sind aktuell nicht besetzt. Dies führt bei Krankheitswellen - speziell in kleineren Einrichtungen - dazu, dass einzelne Gruppen in den Krippen und Kindergärten geschlossen werden müssen.
Hintergrund für diesen Fachkräftemangel sind der gesetzliche Betreuungsanspruch (auch von unter dreijährigen Kindern), die steigenden Geburtenraten, der Zuzug von geflüchteten Familien und der damit in den letzten Jahren verbundene Ausbau von Krippen sowie die Konkurrenz mit anderen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit um dieselben Fachkräfte. „Die Ausbildungskapazitäten der Fachschulen in Bremen und im gesamten Bundesgebiet wurden nicht entsprechend angepasst, so dass es nun für die Kindergartenträger sehr schwierig ist, geeignetes Personal zu finden“, kritisiert Schmitt.